Energieversorgung
In der energiepolitischen Diskussion geht es immer wieder um das Dreieck aus Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit unserer Energieversorgung. Diese Faktoren müssen nach Ansicht aller Akteure gleichermaßen Berücksichtigung finden. Dennoch besteht in Politik, Verbänden und Unternehmen erheblicher Dissens darüber, wie ein ausgewogenes Zusammenspiel der drei Aspekte am besten zu erreichen ist. Aus Sicht der Erneuerbaren-Branche muss ein zukunftstaugliches Energiekonzept auf dem entschlossenen Ausbau Erneuerbarer Energien aufbauen. Denn nur sie werden auf Dauer immer billiger und damit wirtschaftlicher. Nur sie nutzen die zumeist vor Ort und unbegrenzt verfügbare Ressourcen Wind, Sonne, Biomasse, Wasserkraft und Erdwärme und sichern so langfristig unsere Energieversorgung. Und sie haben in der Gesamtbilanz den niedrigsten Treibhausgasausstoß von allen Energieträgern.
Im Stromsektor kommt es jetzt darauf an, den zügigen Ausbau der Erneuerbaren fortzusetzen. Entscheidend dafür ist, dass weder zusätzliche Kohlekraftwerke gebaut noch die Laufzeiten von Kernkraftwerken verlängert werden. Denn schlecht regelbare Großkraftwerke, die aus ökonomischen und technischen Gründen auf Dauerbetrieb ausgelegt sind, passen nicht zu den Anforderungen der immer stärker werdenden Erneuerbaren Energien. Um deren variables Stromangebot bedarfsgerecht zu ergänzen, bedarf es für den Übergangszeitraum vielmehr kleinerer und flexiblerer Kraftwerkseinheiten.
Im Wärmesektor steht der große Durchbruch für die Erneuerbaren noch aus. Vor allem im Gebäudebestand müssen Effizienzmaßnahmen und Umstellung auf Solarthermie, Erdwärme und Biomasse Hand in Hand gehen und deutlich beschleunigt werden. Da wir rund die Hälfte unseres Energieverbrauches für Wärme aufwenden, liegt hier das größte Potenzial für Erneuerbare.
Im Bereich Mobilität sind es vor allem zwei Pfade, auf denen Unabhängigkeit vom Erdöl erreicht werden kann: vermehrter Einsatz von Biokraftstoffen und Fortentwicklung der Elektromobilität. Beide Strategien müssen jetzt parallel mit Nachdruck verfolgt werden.
Der BEE hat in enger Abstimmung mit seinen Mitgliedsverbänden ein Konzept für eine zukunftsfähige Energiepolitik bis 2020 erarbeitet. Darin skizziert die Branche die notwendigen politischen Rahmenbedinungen für einen zügigen und kontinuierleichen Ausbau der Erneuerbaren Energien in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr. Berücksichtigt die Politik die Empfehlungen der Branche, kann der Anteil der Erneuerbaren Energien am Endenergieverbauch in Deutschland im Jahr 2020 bereits 28 Prozent betragen.