Insgesamt wird durch den Verkehrssektor gut ein Fünftel aller CO2-Emissionen in Deutschland verursacht. Das Gros des Verkehrs findet dabei auf der Straße statt und ist nach wie vor zu über 90 Prozent vom Erdöl abhängig. Verbraucher und Industrie sind bei der Mobilität also ähnlich wie im Wärmesektor überwiegend auf teure Brennstoffimporte angewiesen und somit starken Preisschwankungen und Preissteigerungen ausgesetzt. Um die Abhängigkeit von der schwindenden Ressource Erdöl zu reduzieren und gleichzeitig den Treibhausgasausstoß im Verkehr erheblich zu senken, ist ein schnelles Umsteigen auf Erneuerbare Energien notwendig.
In nennenswertem Ausmaß stehen dafür bisher lediglich Biokraftstoffe zur Verfügung. Nachdem die deutsche Politik zunächst auf den massiven Ausbau der Biokraftstoffe gesetzt und diesen durch Steuerbefreiungen gefördert hatte, gibt es seit 2006 einen Kurswechsel in der Förderpolitik. Der hat insbesondere den heimischen Biokraftstoffmarkt erheblich beschädigt. Wurden 2007 noch 45,1 Mrd. kWh Biokraftstoffe in Deutschland genutzt, was einem Anteil am Kraftstoffmarkt von 7,1 Prozent entspricht, brach die Produktion auf rund 33,8 Mrd. kWh im Jahr 2009 ein. Damit stellten die Biokraftstoffe 2009 nur noch 5,4 Prozent am gesamten Kraftstoffverbrauch.
Nach Ansicht des BEE müssen die Rahmenbedingungen unbedingt wieder zugunsten einer verstärkten Produktion von nachhaltig erzeugten Biokraftstoffen verändert werden. Zumal die EU inzwischen im Rahmen ihres Klima- und Energiepaketes einen Anteil von 10 Prozent Erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch im Verkehrssektor für das Jahr 2020 vorschreibt.
Elektrizität oder Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien sind zwar vielversprechende Optionen für die Mobilität der Zukunft. Elektrofahrzeuge machen allerdings erst einen sehr kleinen Teil des Fahrzeugbestandes aus und die Brennstoffzellentechnik ist im Fahrzeug über das Forschungsstadium noch immer nicht wesentlich hinausgekommen. Die Bundesregierung geht eher von einer langfristigen Entwicklung in diesem Bereich aus. Für das Jahr 2020 strebt sie eine Million Elektrofahrzeuge für Deutschland an – bei einem Fahrzeugbestand von dann rund 50 Millionen Pkw.
Die Branche der Erneuerbaren Energien sieht in der Elektromobilität jedoch ein großes Potential für den Ersatz fossiler Brennstoffe im Verkehr einerseits und die bessere Integration von Strom aus Wind- und Sonnenenergie andererseits. Erneuerbare Energien und Elektromobilität sind daher natürlich Partner und sollten Hand in Hand zügig ausgebaut werden. Mittelständische Unternehmen der Branche können dabei wie schon im Stromsektor für eine neue Marktdynamik sorgen.
Werden die politischen Rahmenbedingungen auch im Verkehrssektor konsequent auf den Ausbau Erneuerbarer Energien ausgerichtet, kann deren Anteil schnell gesteigert werden. Das macht die Branchenprognose zum Ausbau der Erneuerbaren Energien im Verkehrssektor deutlich. Als Teil der Gesamtprognose für das Jahr 2020 hat der BEE in enger Abstimmung mit seinen Mitgliedsverbänden die Entwicklung der Erneuerbaren auch in diesem Bereich untersucht. Das Ergebnis der
Branchenprognose: 2020 können bereits über 18 Prozent der im Verkehr verbrauchten Energie aus regenerativen Quellen stammen.